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Interview mit Michael Scheel, EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Im Vorfeld der SAMS 2021 sprach we.CONECT Global Leaders mit Michael Scheel, Referent Software Asset Management bei EnBW Energie Baden-Württemberg AG, über die aktuellen Herausforderungen im SAM- und Lizenzmanagement.

we.CONECT: Was sind aktuell die größten Herausforderungen im SAM- und Lizenzmanagement-Bereich in Ihrer Branche und wie geht Ihr Unternehmen damit um?

Michael Scheel: Die größte Herausforderung sehe ich in der Notwendigkeit Transparenz zu schaffen, gerade im Hinblick auf die „Cloudifizierung“ und/oder „Hybrid“-Betrieb.

we.CONECT: Wie hat sich die Corona-Krise auf das SAM in Ihrem Unternehmen ausgewirkt?

Michael Scheel: Gar nicht!

we.CONECT: Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Herausforderungen/Fragen der nächsten 2 bis 3 Jahre im Bereich Software Asset- und Lizenzmanagement?

Michael Scheel: Mit geeigneten Tools und Prozessen sich so auf das werthaltige Geschäft und die Risiko-Positionen zu konzentrieren, damit das „normal“-Geschäft automatisiert bzw. im Self-Services abgewickelt werden kann.

we.CONECT: Wo sehen Sie Veränderungen in den Beziehungen zwischen Softwareherstellern und Kunden?

Michael Scheel: Es muss ein Weg gefunden werden, um die notwendige Balance zwischen Unter – und Überlizenzierung, gerade im Hinblick auf Subscription-Verträge zu gewährleisten. Im Moment konzentrieren sich die großen Softwareherstellern nur auf die Unterlizenzierung.

we.CONECT: Audits als Teil des Geschäftsmodells großer Software-Hersteller: Wie sehen Sie die Dynamik der Software Audits der letzten Jahre?

Michael Scheel: Die Audits der großen Hersteller werden durch den Hybrid-Betrieb bzw. Cloud-Betrieb weniger und teilweise nicht mehr notwendig. Dagegen steht, dass viele Unternehmen sich der SAM-Prozesse bewusstwerden und sich professioneller aufgestellt haben.

we.CONECT: Viele SAM-Tool-Hersteller versuchen ihre Produkte immer stärker an die neuen Cloud-Lösungen anzupassen. Inwiefern klappt das bereits und was sehen sie bei den aktuellen Tools gar nicht abgebildet?

Michael Scheel: Wir stellen gerade um auf ein SAM-Tool. Was wir sehen, ist, dass die „großen“ Cloud-Lösungen abgebildet werden können. Klein- oder Nischen-Anwendungen sind aber noch nicht im Fokus.

we.CONECT: Welche Tools nutzen Sie, um die Software-Beschaffungsprozesse zu optimieren?

Michael Scheel: Wir installieren gerade Aspera/USU Smarttreck. Bislang wurde es händisch durchgeführt.

we.CONECT: Infrastructure as a Service: Was sind die größten Risiken aus Sicht des SAM und wie kann man sie minimieren?

Michael Scheel: Im Umfeld eines Konzerns ist es eine Herausforderung die notwendige Transparenz der IaaS-Lösungen im Blick zu halten und diese zu „überwachen“. Wir als Konzern sind dabei eine „eigene“ Plattform, für zukünftige Anforderungen, zu schaffen.

we.CONECT: Seit Jahren drehen sich die Bemühungen der Kostenreduzierung für Software um die großen Softwarehersteller. Wie ist es in Ihrem Unternehmen: Kann man noch mit erheblichen Einsparungen rechnen oder gilt es, über die großen Hersteller hinaus Kosten für die vielen kleinen Software-Lösungen zu reduzieren?

Michael Scheel: Der Blick auf die „großen“ Software-Hersteller ist unbedingt notwendig. Wir rechnen hier auch mit Einsparungen. Was wir aber auch sehen, ist das wir uns nicht nur auf Kostenpositionen konzentrieren dürfen, sondern, dass es unablässig ist, auch Risiko-Positionen in den Vordergrund zu stellen. Bestes Beispiel ist die Aufkündigung der privacy Shield-Vereinbarung im Jahr 2020.

we.CONECT: Open Source Code-Komponenten werden von den Entwicklern in nahezu allen Unternehmen eingesetzt: Wie schätzen Sie die Compliance Risiken mit Blick auf OSS ein?

Michael Scheel: Das Bewusstsein darüber ist noch nicht im gesamten Konzern verankert. Erste Initiativen zeigen Wirkung und gerade Softwareentwickler werden zunehmend sensibilisiert in unseren Entwicklungsabteilungen. Das Compliance Risiko sehe ich eher gering, da wir zum größten Teil Standard-Software im Konzern einsetzen.

we.CONECT: Bitte beschreiben Sie das Thema Ihres Vortrags / Ihrer Session bei der SAMS 2021.

Michael Scheel: Ich werde ein Round-Table zum Thema „Wie kommt man – aus vertraglicher Sicht – als SAP-Bestandskunde aus der SAP R/3- in die S/4HANA-Welt?“ moderieren.

Folgende Kernfragen werden im Plenum diskutiert:

  • Welche Auswirkungen hat eine S4/HANA Transformation auf die User-Migration?
  • Wie gehen wir mit den LOBs & Industry Add-Ons in Abgrenzung zum Digital Core um?
  • Was verändert sich mit Blick auf die Indirekte Nutzung mit dem Produkt Digital Access und welche Chancen bieten sich im Zuge der Migration?
we.CONECT: Vielen Dank für das Interview!

 SAMS 2021

Strategisches Software Asset Management zwischen Technologie, Innovationsdruck, neuen Lizenzmodellen und IT Service Continuity – die 10. Jubiläumsausgabe Europas größten SAM & IT Procurement Jahreskongresses!

31. Mai – 1. Juni 2021, Berlin
www.sam-strategies.de

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